Herz­lich will­kom­men bei Aecoute

Wir freu­en uns, unse­re neu­en Kolleg:innen vor­zu­stel­len, Dr. Kevin Marsch­häu­ser und Dia­na Preuß.

Kurz­por­trait Dr. Kevin Marschhäuser

Dr. Kevin Marsch­häu­ser stu­dier­te Rechts­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth und pro­mo­vier­te anschlie­ßend an der Ruprecht-Karls-Uni­ver­si­tät Hei­del­berg im Ver­fas­sungs- und Euro­pa­recht. Sein Refe­ren­da­ri­at absol­vier­te er am Kam­mer­ge­richt Ber­lin, unter ande­rem mit einer Sta­ti­on im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Energie. 

Schon früh kon­zen­trier­te er sich auf das öffent­li­che Wirt­schafts­recht sowie das Umwelt- und Pla­nungs­recht, ins­be­son­de­re auf Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für Indus­trie­an­la­gen, kom­ple­xe Infra­struk­tur- und Ener­gie­pro­jek­te sowie das Ver­wal­tungs­pro­zess­recht. Er war bereits wäh­rend sei­ner Pro­mo­ti­on und sei­nes Refe­ren­da­ri­ats als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter bei Andrea Ver­s­teyl Rechts­an­wäl­te tätig. Nach sei­ner Zulas­sung als Rechts­an­walt sam­mel­te er zunächst dort anwalt­li­che Erfah­rung, bevor er für eini­ge Jah­re zu Hen­ge­ler Muel­ler wechselte. 

Seit Sep­tem­ber ver­stärkt er als Sala­ry Part­ner das Team von Aecoute°. 

Zu sei­nen Bera­tungs­schwer­punk­ten zäh­len wei­ter­hin das öffent­li­che Wirt­schafts­recht, das Umwelt- und Pla­nungs­recht, Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren sowie das Ver­wal­tungs­pro­zess­recht. Zuneh­mend berät er dar­über hin­aus zu ver­ga­be- und bei­hil­fe­recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen im Zusam­men­hang mit Energie‑, Infra­struk­tur- und Transformationsprojekten.

Zu sei­nen beson­de­ren Qua­li­fi­ka­tio­nen zäh­len der Titel Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht, sei­ne lang­jäh­ri­ge Bera­tungs­er­fah­rung bei anspruchs­vol­len Infra­struk­tur- und Ener­gie­vor­ha­ben sowie sei­ne umfang­rei­che wis­sen­schaft­li­che Publi­ka­ti­ons­tä­tig­keit zu aktu­el­len Ent­wick­lun­gen des Umwelt- und Genehmigungsrechts.

Zwei Fra­gen an Dr. Kevin Marschhäuser 

Was hat Sie dazu bewo­gen, zu Aecou­te° zu wechseln?

„Aecou­te° ver­bin­det fach­li­che Exzel­lenz mit einer kla­ren Aus­rich­tung auf die gro­ßen Trans­for­ma­ti­ons­auf­ga­ben unse­rer Zeit. Beson­ders reizt mich die Mög­lich­keit, Unter­neh­men und öffent­li­che Auf­trag­ge­ber bei weg­wei­sen­den Ener­gie- und Infra­struk­tur­pro­jek­ten zu beglei­ten und gemein­sam pra­xis­na­he Lösun­gen zu entwickeln.“ 

Wel­chen Mehr­wert möch­ten Sie für unse­re Man­dan­ten schaffen?

„Ich möch­te dazu bei­tra­gen, kom­ple­xe regu­la­to­ri­sche Anfor­de­run­gen in rechts­si­che­re und zugleich prag­ma­ti­sche Lösun­gen zu über­set­zen. Effi­zi­en­te, ver­läss­li­che Ver­fah­ren sind ein wesent­li­cher Erfolgs­fak­tor für die Umset­zung von Pro­jek­ten und die akti­ve Gestal­tung der wirt­schaft­li­chen Transformation.“


Kurz­por­trait Dia­na Preuß

Dia­na Preuß stu­dier­te Rechts­wis­sen­schaf­ten an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin und an der Uni­ver­si­tà Boc­co­ni in Mai­land mit einem Schwer­punkt im Imma­te­ri­al­gü­ter- und Wettbewerbsrecht. 

Im Rah­men ihres Refe­ren­da­ri­ats am Kam­mer­ge­richt Ber­lin sam­mel­te sie prak­ti­sche Erfah­run­gen in der Ber­li­ner Ver­wal­tung sowie in ver­schie­de­nen anwalt­li­chen Tätig­keits­fel­dern des öffent­li­chen und pri­va­ten Rechts. Das Zwei­te Juris­ti­sche Staats­examen schloss sie mit einem Prä­di­kats­examen ab.

Seit Sep­tem­ber ver­stärkt Dia­na Preuß das Team von Aecoute°.

Zwei Fra­gen an Dia­na Preuß 

Was hat Sie dazu bewo­gen, sich bei Aecou­te° zu bewerben? 

„Aecou­te° bie­tet mir die Mög­lich­keit, mich auf hohem fach­li­chem Niveau mit den recht­li­chen Her­aus­for­de­run­gen der Ener­gie­wen­de aus­ein­an­der­zu­set­zen. Beson­ders ange­spro­chen haben mich die span­nen­den Man­da­te im Ener­gie­sek­tor und die Chan­ce, an Pro­jek­ten mit­zu­wir­ken, die einen wich­ti­gen Bei­trag zur Trans­for­ma­ti­on unse­rer Ener­gie­ver­sor­gung leis­ten. Gleich­zei­tig schät­ze ich die offe­ne, kol­le­gia­le Atmo­sphä­re und die Zusam­men­ar­beit mit erfah­re­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen sehr.“ 

Wel­chen Mehr­wert möch­ten Sie für unse­re Man­dan­ten schaffen? 

„Mir ist es wich­tig, Man­dan­ten ver­läss­lich und lösungs­ori­en­tiert zu beglei­ten. Ich möch­te dazu bei­tra­gen, kom­ple­xe recht­li­che Fra­ge­stel­lun­gen ver­ständ­lich und pra­xis­nah auf­zu­be­rei­ten und gemein­sam Lösun­gen zu ent­wi­ckeln, die sowohl recht­lich belast­bar als auch wirt­schaft­lich sinn­voll sind. Gute Bera­tung bedeu­tet für mich, juris­ti­sche Exper­ti­se mit einem Ver­ständ­nis für die kon­kre­ten Zie­le und Her­aus­for­de­run­gen der Man­dan­ten zu verbinden.“


Emp­Co und UWG-Novel­le: Umwelt­aus­sa­gen in allen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­len prüfen

Ab dem 27. Sep­tem­ber 2026 ver­schär­fen die zur Umset­zung der Emp­Co-Richt­li­nie novel­lier­ten Vor­schrif­ten des UWG die Anfor­de­run­gen an Umwelt- und Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on. Zen­tral sind neue per-se-Ver­bo­te der ​„Schwar­zen Lis­te“: Unzu­läs­sig sind ins­be­son­de­re all­ge­mei­ne Umwelt­aus­sa­gen, wenn das Unter­neh­men kei­ne zugrun­de lie­gen­de aner­kann­te her­vor­ra­gen­de Umwelt­leis­tung nach­wei­sen kann. Eben­so ver­bo­ten sind Aus­sa­gen, die für das gesam­te Pro­dukt oder Unter­neh­men einen Umwelt­vor­teil bean­spru­chen, obwohl die­ser tat­säch­lich nur einen bestimm­ten Teil­aspekt betrifft. Zudem unter­lie­gen kom­pen­sa­ti­ons­ba­sier­te Kli­ma­claims sowie bestimm­te Nach­hal­tig­keits­sie­gel neu­en, stren­gen Vor­ga­ben. Bei die­sen Schwar­ze-Lis­te-Tat­be­stän­den kommt es nicht erst auf eine wei­ter­ge­hen­de Irre­füh­rungs­prü­fung im Ein­zel­fall an. 

Der Begriff der Umwelt­aus­sa­ge ist dabei weit gefasst. Er umfasst jede frei­wil­li­ge Aus­sa­ge oder Dar­stel­lung im Rah­men einer geschäft­li­chen Hand­lung, mit der aus­drück­lich oder kon­klu­dent ein posi­ti­ver, gerin­ge­rer oder feh­len­der Umwelt­ein­fluss eines Pro­dukts, einer Pro­dukt­ka­te­go­rie, einer Mar­ke oder des Unter­neh­mens ver­mit­telt wird. Erfasst sind damit nicht nur Begrif­fe wie ​„umwelt­freund­lich“, ​„nach­hal­tig“, ​„kli­ma­freund­lich“ oder ​„grün“. Auch Tex­te, Bil­der, gra­fi­sche Ele­men­te und Sym­bo­le – etwa Eti­ket­ten, Mar­ken- oder Pro­dukt­be­zeich­nun­gen – kön­nen Umwelt­aus­sa­gen sein.

Eine zunächst pau­schal wir­ken­de Umwelt­aus­sa­ge kann jedoch durch eine kla­re und her­vor­ge­ho­be­ne Spe­zi­fi­zie­rung auf dem­sel­ben Medium kon­kre­ti­siert und damit recht­lich belast­bar wer­den. Ent­schei­dend ist, dass der kon­kre­te Umwelt­aspekt, das Bezugs­ob­jekt und die Tat­sa­chen­grund­la­ge für die ange­spro­che­nen Ver­brau­cher unmit­tel­bar nach­voll­zieh­bar wer­den. Bei der Bezeich­nung ​„Öko­strom“ oder ​„Grün­strom“ kann dies etwa durch den Hin­weis erfol­gen, dass für 100 % des Jah­res­ver­brauchs Her­kunfts­nach­wei­se im deut­schen Her­kunfts­nach­weis­re­gis­ter zuge­ord­net und ent­wer­tet wer­den und die phy­si­ka­li­sche Belie­fe­rung über das all­ge­mei­ne Strom­netz erfolgt. Eine erst über QR-Code oder Web­site auf­find­ba­re Erläu­te­rung genügt hier­für jedoch regel­mä­ßig nicht, weil die erfor­der­li­che Spe­zi­fi­zie­rung auf dem­sel­ben Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­um erfol­gen muss.

Nicht nur Wer­bung: Auch Spra­che, Social Media und Gestal­tung zählen

Die neu­en Vor­ga­ben beschrän­ken sich nicht auf klas­si­sche Anzei­gen oder Pro­dukt­fly­er. Rele­vant sind alle Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men, in denen ein Unter­neh­men gegen­über Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­chern Umwelt­vor­tei­le kom­mu­ni­ziert: Web­site-Tex­te, News­let­ter, Social-Media-Bei­trä­ge, Vide­os, Kun­den­zeit­schrif­ten, Ver­triebs­un­ter­la­gen, Mes­se­stän­de und sons­ti­ge werb­li­che Auf­trit­te. Auch münd­li­che Äuße­run­gen von Mit­ar­bei­ten­den im Kun­den­ge­spräch, bei Ver­an­stal­tun­gen oder im Ver­trieb kön­nen ein recht­lich rele­van­ter Green Cla­im sein. Glei­ches gilt für Pik­to­gram­me, Far­ben, Bild­spra­che und Sym­bo­le, wenn sie beim ange­spro­che­nen Publi­kum einen Umwelt­vor­teil nahelegen.

Beson­de­re Auf­merk­sam­keit für (älte­re) Pressemitteilungen

Ein oft unter­schätz­tes Risi­ko sind älte­re Pres­se­mit­tei­lun­gen, die zwar vor Inkraft­tre­ten der neu­en Vor­ga­ben ver­öf­fent­licht wur­den, auf der Web­site aber wei­ter­hin abruf­bar sind. Ihre fort­be­stehen­de öffent­li­che Sicht­bar­keit ver­leiht ihnen häu­fig eine aktu­el­le Außen­wir­kung. Des­halb soll­ten ins­be­son­de­re Pres­se­mit­tei­lun­gen mit pau­scha­len oder abso­lu­ten Aus­sa­gen zu ​„Kli­ma­neu­tra­li­tät“, ​„Nach­hal­tig­keit“, ​„Umwelt­freund­lich­keit“ oder behaup­te­ten CO₂-Vor­tei­len einer Prü­fung unter­zo­gen werden.

Ein Archiv­hin­weis kann bei Bei­trä­gen mit ein­deu­tig his­to­ri­schem Cha­rak­ter oder zeit­lich bestimm­ba­ren Aus­sa­gen ein sinn­vol­ler Schritt sein. Bei wei­ter­hin miss­ver­ständ­li­chen, pau­scha­len oder nicht hin­rei­chend beleg­ba­ren Aus­sa­gen genügt ein sol­cher Hin­weis jedoch nicht: Dann soll­ten die Anga­ben – je nach Inhalt der kon­kre­ten Aus­sa­ge – aktua­li­siert oder ein­ge­ord­net, aus der akti­ven Web­site-Navi­ga­ti­on ent­fernt oder ggf. auch depu­bli­ziert werden.

Aus­sa­gen Drit­ter nicht unge­prüft übernehmen

Auch Aus­sa­gen von Drit­ten – etwa einem Koope­ra­ti­ons­part­ner – kön­nen rele­vant wer­den, etwa in Kun­den­zeit­schrif­ten, auf der Web­site oder in Social-Media-Posts. Wer­den sie in die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on ein­ge­bun­den und dadurch fak­tisch als eige­ne Aus­sa­ge ver­mit­telt, müs­sen sie sich an den neu­en Regeln mes­sen las­sen. Per­sön­li­che Ein­schät­zun­gen oder all­ge­mei­ne Moti­va­ti­ons­er­klä­run­gen des Drit­ten – bei­spiels­wei­se ​„Nach­hal­tig­keit ist uns wich­tig“ – sind regel­mä­ßig weni­ger risi­ko­reich, sofern der Kon­text kei­ne kon­kre­te über­prüf­ba­re Umwelt­leis­tung sug­ge­riert. Kon­kre­te Umwelt­vor­tei­le, Kli­ma- oder Nach­hal­tig­keits­aus­sa­gen soll­ten dage­gen vor Ver­öf­fent­li­chung auf Aus­sa­ge­ge­halt, Beleg­bar­keit, Bezugs­ob­jekt und Reich­wei­te geprüft werden. 

Unser Pra­xis­tipp:

  • Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­ven­tur durch­füh­ren: Nicht nur aktu­el­le Wer­bung, son­dern auch Archiv­be­rei­che, Pres­se­mit­tei­lun­gen, Social Media, Kun­den­ma­ga­zi­ne und Ver­triebs­do­ku­men­te erfassen.
  • Claims kon­kre­ti­sie­ren: Pau­scha­le Begrif­fe ver­mei­den oder nur ver­wen­den, wenn die hier­für erfor­der­li­chen Nach­wei­se vor­lie­gen bzw. eine trans­pa­ren­te Spe­zi­fi­zie­rung gelingt.
  • Aus­sa­ge, Bezugs­ob­jekt und Zeit­raum klar benen­nen: Zur Ver­mei­dung einer Irre­füh­rung muss erkenn­bar sein, wor­auf sich ein behaup­te­ter Umwelt­vor­teil genau bezieht.
  • Drit­tin­hal­te prü­fen: Zita­te, Gast­bei­trä­ge und Tes­ti­mo­ni­als nur über­neh­men, wenn sie nicht unzu­tref­fend oder miss­ver­ständ­lich als eige­ne Umwelt­kom­mu­ni­ka­ti­on erscheinen.
  • Frei­ga­be­pro­zess eta­blie­ren: Umwelt- und Nach­hal­tig­keits­aus­sa­gen soll­ten vor Ver­öf­fent­li­chung fach­lich und recht­lich geprüft sowie belast­bar doku­men­tiert werden.

Die Kern­bot­schaft lau­tet: Green Claims sind kei­ne blo­ßen Mar­ke­ting­for­mu­lie­run­gen mehr. Sie müs­sen in jedem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal – auch in älte­ren Inhal­ten und bei über­nom­me­nen Aus­sa­gen Drit­ter – inhalt­lich belast­bar, klar ein­ge­grenzt und nach­voll­zieh­bar sein.

Ansprech­part­ner: Jörg B. Soe­te­beer, Dr. Mar­tin Riedel

AgNes-Ver­fah­ren der Bun­des­netz­agen­tur – Neue regu­la­to­ri­sche Rah­men­be­din­gun­gen für Strom­ver­brau­cher, Ein­spei­ser und Speicherbetreiber

In dem bereits im Mai 2025 eröff­ne­ten Ver­fah­ren zur Fest­le­gung der All­ge­mei­nen Netz­ent­gelt­sys­te­ma­tik Strom (AgNes) hat die BNetzA den Ent­wurf einer Ent­schei­dung ver­öf­fent­licht (Bun­des­netz­agen­tur — Fest­le­gungs­ver­fah­ren AgNes).

Gemäß der von der BNetzA ange­kün­dig­ten Fest­le­gung wird die aktu­ell gel­ten­de Sys­te­ma­tik zur Ermitt­lung von Netz­ent­gel­ten ab dem Jahr 2029 grund­le­gend geän­dert wer­den, so dass hier­aus für die betrof­fe­nen Markt­ak­teu­re zum Teil erheb­li­che wirt­schaft­li­che Aus­wir­kun­gen fol­gen wer­den. Gleich­zei­tig erge­ben sich für die Betrei­ber von Strom­ver­sor­gungs­net­zen gro­ße Her­aus­for­de­run­gen, da sie die neu­en Vor­ga­ben umzu­set­zen und gegen­über den jewei­li­gen Netz­nut­zern anzu­wen­den haben. Auf fol­gen­de Punk­te des von der BNetzA ver­öf­fent­lich­ten Fest­le­gungs­ent­wurfs ist ins­be­son­de­re hinzuweisen:

  • Es soll zukünf­tig zwi­schen Finan­zie­rungs­ent­gel­ten und Ent­gel­ten mit Anreiz­funk­ti­on unter­schie­den werden.
  • Das Finan­zie­rungs­ent­gelt für Ver­brau­cher setzt sich aus einem Grund­preis und einem Arbeits­preis (Ent­nah­men in Nie­der­span­nung bis 100.000 kWh/​a) bzw. einem Kapa­zi­täts­preis und einem Arbeits­preis (alle ande­ren Ent­nah­men) zusam­men; ein Leis­tungs­preis wird nicht mehr erhoben.
  • Für Ver­brau­cher in Nie­der­span­nung mit eige­ner Erzeu­gungs­an­la­ge (Pro­sumer) soll der Grund­preis mit einem Auf­schlag in Höhe von min­des­tens 70% ange­wen­det wer­den, die Betrei­ber von Ste­cker­so­lar­ge­rä­ten wer­den hier­bei nicht als Pro­sumer eingestuft.
  • Für die Anwen­dung des Kapa­zi­täts­prei­ses hat der Netz­be­trei­ber jähr­lich anhand der Mit­tei­lung des Ver­brau­chers oder anhand eige­ner Daten eine Bestell­ka­pa­zi­tät fest­zu­le­gen; soweit die­se Bestell­ka­pa­zi­tät über­schrit­ten wird, soll ein höhe­rer Arbeits­preis ange­wen­det werden.
  • Für Erzeu­gungs­an­la­gen mit einer instal­lier­ten Leis­tung von mehr als 30 kW soll ein bun­des­ein­heit­li­ches – von den Über­tra­gungs­netz­be­trei­bern ermit­tel­tes – kapa­zi­täts­ba­sier­tes Ein­spei­se­ent­gelt zur Anwen­dung kommen.
  • Für Strom­spei­cher, die ohne Erzeu­gungs­an­la­ge oder Ver­brauchs­ein­rich­tung an das Netz ange­schlos­sen sind, soll ein Kapa­zi­täts­ent­gelt ange­wen­det wer­den, das dem für Erzeu­gungs­an­la­gen gel­ten­den Ein­spei­se­ent­gelt entspricht.
  • Für Strom­spei­cher, die zusam­men mit Erzeu­gungs­an­la­gen und/​oder Ver­brauchs­ein­rich­tun­gen betrie­ben wer­den, sol­len die für die jewei­li­ge Erzeu­gungs­an­la­ge bzw. Ver­brauchs­ein­rich­tung gel­ten­den Netz­ent­gel­te ange­wen­det wer­den; dies gilt aller­dings nicht für Strom­men­gen, die vom Spei­cher aus dem Netz bezo­gen und wie­der zurück­ge­speist werden.
  • Ent­gel­te mit Anreiz­funk­ti­on – also dyna­mi­sche Netz­ent­gel­te – sol­len erst auf der Grund­la­ge zukünf­tig zu erlas­sen­der Fest­le­gun­gen und dann spä­tes­tens zum 01.01.2033 zur Anwen­dung kommen.

Für die Anwen­dung der neu­en Netz­ent­gelt­sys­te­ma­tik sind wich­ti­ge Über­gangs­re­ge­lun­gen vorgesehen:

  • Indi­vi­du­el­le Netz­ent­gel­te für strom­in­ten­si­ve Letzt­ver­brau­cher (§ 19 Abs. 2 Strom­NEV) sol­len bis zum 31.12.2031 anwend­bar bleiben.
  • Erzeu­gungs­an­la­gen sind von der Anwen­dung des o.g. Ein­spei­se­ent­gel­tes für einen Zeit­raum von 20 Jah­ren ab Inbe­trieb­nah­me aus­ge­nom­men, wenn sie bis zur Bekannt­ga­be der AgNes-Fest­le­gung in Betrieb genom­men wur­den oder bis zu die­sem Zeit­punkt eine end­gül­ti­ge Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dung getrof­fen wur­de und die Inbe­trieb­nah­me bis spä­tes­tens 04.08.2029 erfolgt.
  • Unter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen soll auch die in § 118 Abs. 6 EnWG gere­gel­te Frei­stel­lung der Strom­spei­cher von den Netz­ent­gel­ten fortgelten.

Für die aktu­ell in Pla­nung befind­li­chen Erzeu­gungs­an­la­gen und Strom­spei­cher wird es hier­nach maß­geb­lich auf eine recht­zei­ti­ge Inbe­trieb­nah­me oder zumin­dest die end­gül­ti­ge Investitionsentscheidung ankom­men. Die BNetzA hat näher erläu­tert, wel­che tat­säch­li­chen Umstän­de für die Erfül­lung die­ser Vor­aus­set­zung maß­geb­lich sein sol­len. Die inso­weit erfor­der­li­chen Nach­wei­se wer­den jeden­falls von dem Betrei­ber der Anla­ge zu erbrin­gen sein. In zeit­li­cher Hin­sicht bleibt fer­ner die Fra­ge offen, wann die BNetzA die AgNes-Fest­le­gung erlas­sen wird, so dass der Zeit­raum für die Her­bei­füh­rung des Ver­trau­ens­schut­zes endet. 

Unser Pra­xis­tipp:

Die neu von der BNetzA vor­ge­se­he­nen Rege­lun­gen zur Netz­ent­gelt­sys­te­ma­tik sind für alle Markt­teil­neh­mer von gro­ßer wirt­schaft­li­cher Bedeu­tung. Für die aus Sicht Ihrer Unter­neh­men ggf. bestehen­den Kri­tik besteht die Mög­lich­keit, bis zum 18.09.2026 eine Stel­lung­nah­me bei der BNetzA ein­zu­rei­chen. Bit­te spre­chen Sie uns an, wenn Sie hier­bei Unter­stüt­zung benötigen. 

Ansprechpartner:innen: Hei­ko Lan­ge, Dr. Heid­run Schalle


MiS­peL-Ver­fah­ren der Bun­des­netz­agen­tur – Neue Mög­lich­kei­ten für den markt­ori­en­tier­ten Ein­satz von Stromspeichern

Am 05.08.2026 hat die BNetzA in dem Fest­le­gungs­ver­fah­ren zur Markt­in­te­gra­ti­on von Spei­chern und Lade­punk­ten (MiS­peL) einen aktua­li­sier­ten Arbeits­stand ver­öf­fent­licht (Bun­des­netz­agen­tur — Fest­le­gungs­ver­fah­ren zur Markt­in­te­gra­ti­on von Spei­chern und Lade­punk­ten (MiS­peL)). Aus­gangs­punkt sind inso­weit die bereits im Sep­tem­ber 2025 von der BNetzA zur Kon­sul­ta­ti­on gestell­ten Eck­punk­te der MiSpeL-Festlegung. 

Für die Betrei­ber von Strom­spei­chern sowie von E‑Ladepunkten wird die MiS­peL-Fest­le­gung zu einer erheb­li­chen Aus­wei­tung der Ein­satz­mög­lich­kei­ten füh­ren, da hier­nach der Bezug bzw. die Ein­spei­sung von Netz­strom und geför­der­tem EE-Strom zuläs­sig wer­den soll, ohne dass die finan­zi­el­len För­de­run­gen gemäß EEG oder Ener­gie­fi­nan­zie­rungs­ge­setz ver­lo­ren gehen. Die Anwen­dung die­ser Vor­ga­ben wür­de die wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen für den Betrieb von Strom­spei­chern in Ver­bin­dung mit EE-Anla­gen erheb­lich ver­bes­sern, so dass letzt­lich die Vor­aus­set­zun­gen für einen markt­ori­en­tier­ten Ein­satz von Strom­spei­chern geschaf­fen wer­den. Aktu­ell besteht für EE-Strom ein Anspruch auf gesetz­li­che För­de­rung im Fal­le einer Zwi­schen­spei­che­rung nur beim Ein­satz von rei­nen Grünstromspeichern. 

Gemäß den von der BNetzA beab­sich­tig­ten Vor­ga­ben soll die hier­für not­wen­dig wer­den­de geson­der­te Erfas­sung der zwi­schen­ge­spei­cher­ten ​„Grau- und Grün­strom­men­gen“ durch zwei Model­le, die soge­nann­te ​„Abgren­zungs­op­ti­on“ (für alle EE-Anla­gen) sowie die ​„Pau­scha­l­op­ti­on“ (nur für Solar­an­la­gen bis 30 kW), erfol­gen.

Wich­tig ist: Nach der geplan­ten MiS­peL-Fest­le­gung ist Vor­aus­set­zung für die För­de­rung von zwi­schen­ge­spei­cher­tem EE-Strom, dass sich die jewei­li­gen EE-Anla­gen in der Direkt­ver­mark­tung befin­den.

In zeit­li­cher Hin­sicht ist dar­über hin­aus fol­gen­des zu beachten: 

Die BNetzA hat ange­kün­digt, dass die Festlegung bereits zum 01.10.2026 wirk­sam wer­den soll. In dem Ent­schei­dungs­ent­wurf ist wei­ter vor­ge­se­hen, dass Netz­be­trei­ber und Mess­stel­len­be­trei­ber die Umset­zung der Vor­ga­ben ermög­li­chen müs­sen. 

  • Für die Anwen­dung der Pau­scha­l­op­ti­on ergibt sich inso­fern eine ers­te Ein­schrän­kung auf­grund des in § 101 Abs. 1 EEG gere­gel­ten bei­hil­fe­recht­li­chen Vor­be­halts, so dass die­ses Modell erst nach Vor­lie­gen einer ent­spre­chen­den Geneh­mi­gung der EU-Kom­mis­si­on in die Pra­xis umge­setzt wer­den kann.
  • Die von der BNetzA beab­sich­tig­te Ent­schei­dung sieht dar­über hin­aus eine all­ge­mei­ne Über­gangs­re­ge­lung vor, nach der die Anwen­dung der Fest­le­gung vor dem 30.09.2027 nur erfol­gen darf, wenn der Anla­gen­be­trei­ber vor­ab eine Ver­stän­di­gung hier­über mit dem jewei­li­gen Netz­be­trei­ber und Mess­stel­len­be­trei­ber her­bei­ge­führt hat.

Die BNetzA will hier­mit offen­bar zuguns­ten der betrof­fe­nen Netz­be­trei­ber und Mess­stel­len­be­trei­ber den zeit­li­chen Rah­men für die Imple­men­tie­rung der not­wen­di­gen Pro­zes­se (ins­be­son­de­re: Anpas­sung der Markt­kom­mu­ni­ka­ti­on sowie Ein­füh­rung erfor­der­li­cher Mess­kon­zep­te) schaf­fen. Wie genau sich die BNetzA eine in der Über­gangs­zeit zu erzie­len­de Ver­stän­di­gung vor­stellt, lässt sich den bis­lang ver­öf­fent­lich­ten Unter­la­gen nicht entnehmen.

Unser Pra­xis­tipp:

Für den ab 01.10.2026 vor­ge­se­he­nen Start der MiS­peL-Fest­le­gung emp­feh­len wir den betrof­fe­nen Anla­gen­be­trei­bern eine früh­zei­ti­ge Kon­takt­auf­nah­me mit dem für Ihr Unter­neh­men zustän­di­gen Netzbetreiber sowie Mess­stel­len­be­trei­ber. Soweit sich die rele­van­ten EE-Anla­gen noch nicht in der Direkt­ver­mark­tung befin­den soll­ten, wären dar­über hin­aus die Mög­lich­kei­ten für den Wech­sel in die­se Ver­gü­tungs­form zu prüfen.

Ansprechpartner:innen: Hei­ko Lan­ge, Dr. Heid­run Schalle


Bat­te­rie­spei­cher im Außen­be­reich: Neue Anwen­dungs­hin­wei­se für mehr Ori­en­tie­rung im Planungsrecht?

Der Gesetz­ge­ber hat die bau­pla­nungs­recht­li­che Pri­vi­le­gie­rung von Bat­te­rie­spei­cher­an­la­gen bereits Ende 2025 mit § 35 Abs. 1 Nr. 11 und 12 BauGB aus­drück­lich in das BauGB auf­ge­nom­men. Neu sind seit dem 18. August 2026 die Anwen­dungs­hin­wei­se der Fach­kom­mis­si­on Städ­te­bau, die zu zahl­rei­chen bis­lang offe­nen Aus­le­gungs­fra­gen Stel­lung bezieht und damit wich­ti­ge Ori­en­tierung für Geneh­mi­gungs­be­hör­den und Pro­jekt­ent­wick­ler bie­ten kann. 

Die Anwen­dungs­hin­wei­se befas­sen sich unter ande­rem mit der Abgren­zung der Pri­vi­le­gie­run­gen nach § 35 Abs. 1 Nr. 3, 11 und 12 BauGB sowie zwi­schen Co-Loca­ti­on-Spei­chern und Stand-alo­ne-Spei­chern, den Anfor­de­run­gen an den räum­li­chen und funk­tio­na­len Zusam­men­hang mit (bestehen­den) EEG-Anla­gen sowie den Vor­aus­set­zun­gen für Spei­cher­pro­jek­te in der Nähe von Umspann­wer­ken. Dar­über hin­aus nimmt die Fach­kom­mis­si­on Städ­te­bau Stel­lung zu Fra­gen der Flä­chen­ober­gren­zen, des Prio­ri­täts­prin­zips bei kon­kur­rie­ren­den Vor­ha­ben und der Rückbausicherung. 

Auch wenn die Anwen­dungs­hin­wei­se kei­ne recht­li­che Bin­dungs­wir­kung ent­fal­ten, dürf­ten sie die Ver­wal­tungs­pra­xis künf­tig maß­geb­lich prä­gen. Für die Spei­cher­bran­che, die seit Ein­füh­rung der neu­en Pri­vi­le­gie­rungs­tat­be­stän­de auf belast­ba­re Aus­le­gungs­hil­fen gewar­tet hat, lie­fern sie damit wich­ti­ge Impul­se und kön­nen die Pla­nungs­si­cher­heit für künf­ti­ge BESS-Pro­jek­te im Außen­be­reich erhö­hen.

Unser Pra­xis­tipp:

Für eine höhe­re Pla­nungs­si­cher­heit und um Ver­zö­ge­run­gen vor­zu­beu­gen soll­ten Pro­jekt­ent­wick­ler früh­zei­tig mit der Geneh­mi­gungs­be­hör­de abstim­men, ob und in wel­chem Umfang die Anwen­dungs­hin­wei­se der Fach­kom­mis­si­on Städ­te­bau im kon­kre­ten Ver­fah­ren berück­sich­tigt werden.

Ansprech­part­ner: Dr. Kevin Marschhäuser


Anwend­bar­keit der ​„Bio­trep­pe“ des GModG auf hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anlagen?

Es drängt sich die Fra­ge auf, wel­che Zie­le Bun­des­re­gie­rung und Gesetz­ge­ber tat­säch­lich ver­fol­gen und ob die­se Zie­le hin­rei­chend auf­ein­an­der abge­stimmt sind. Dabei stellt sich auch die Fra­ge, ob die poli­ti­schen und recht­li­chen Aus­wir­kun­gen der getrof­fe­nen Rege­lun­gen in ihrer Gesamt­heit aus­rei­chend bedacht wurden.

Einer­seits wer­den erheb­li­che Inves­ti­tio­nen in die Ener­gie- und Wär­me­ver­sor­gung aus­drück­lich gewünscht und im Hin­blick auf die Trans­for­ma­ti­ons­zie­le auch benö­tigt. Ande­rer­seits sind Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen in die­sem Bereich regel­mä­ßig lang­fris­tig und kapi­tal­in­ten­siv. Sie set­zen daher ein hohes Maß an Rechts- und Pla­nungs­si­cher­heit voraus.

Gera­de hier bestehen jedoch Zwei­fel. Wenn zen­tra­le Vor­aus­set­zun­gen für Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen erst durch spä­te­re gesetz­li­che Klar­stel­lun­gen, Ver­ord­nun­gen oder Aus­le­gungs­hil­fen kon­kre­ti­siert wer­den müs­sen, stellt sich die Fra­ge, auf wel­cher Grund­la­ge Unter­neh­men und Anla­gen­be­trei­ber heu­te belast­ba­re Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen tref­fen sol­len. Das Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen poli­tisch gewünsch­ter Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft und bestehen­der Rechts­un­si­cher­heit zeigt sich exem­pla­risch an fol­gen­dem Beispiel:

Am 29.07.2026 wur­de das Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG) in das Gebäu­de­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz (GModG) umbe­nannt und wesent­lich ver­än­dert. Ziel des GModG ist eine stär­ke­re Tech­no­lo­gie­of­fen­heit bei der Wär­me­ver­sor­gung und damit die Ermög­li­chung einer weit­ge­hend frei­en Wahl der Heiztechnologie.

Seit dem 29.07.2026 ist die bis­he­ri­ge Ver­pflich­tung, wonach neu ein­ge­bau­te Hei­zun­gen zu min­des­tens 65 % mit erneu­er­ba­ren Ener­gien betrie­ben wer­den muss­ten (§ 71j Abs. 1 GEG a.F.), ent­fal­len. Eben­so ent­fällt das in § 72 Abs. 4 GEG a.F. vor­ge­se­he­ne Betriebs­ver­bot für fos­si­le Heiz­kes­sel ab dem Jahr 2045.

Als Kom­pen­sa­ti­ons­maß­nah­me sieht § 42a GModG vor, dass die Bun­des­re­gie­rung bis zum 01.12.2026 einen Gesetz­ent­wurf für die Ein­füh­rung einer Grün­gas-/Grün­heiz­öl­quo­te vor­legt, die zur Sicher­stel­lung der Kli­ma­neu­tra­li­tät bei­tra­gen soll. Ver­fas­sungs­recht­lich ist anzu­mer­ken, dass die Bun­des­re­gie­rung als Teil der Exe­ku­ti­ve kei­ne Geset­ze erlas­sen, son­dern ledig­lich Geset­zes­ent­wür­fe in das par­la­men­ta­ri­sche Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­brin­gen kann. Die Gesetz­ge­bung obliegt dem Bun­des­tag unter Betei­li­gung des Bun­des­ra­tes als Legislative.

Zur Dekar­bo­ni­sie­rung der Wär­me­ver­sor­gung wird zudem ab dem Jahr 2029 die soge­nann­te ​„Bio­trep­pe“ gemäß § 43 Abs. 1 GModG ein­ge­führt. Wird eine Hei­zungs­an­la­ge neu ein­ge­baut, die mit Gas, Heiz­öl oder Flüs­sig­gas betrie­ben wird, hat der Eigen­tü­mer sicher­zu­stel­len, dass die Wär­me­er­zeu­gung schritt­wei­se auf einen stei­gen­den Anteil bio­ge­ner bezie­hungs­wei­se kli­ma­neu­tra­ler Brenn­stof­fe umge­stellt wird. Der Min­dest­an­teil beträgt ab dem 01.01.2029 10 %, ab dem 01.01.2030 15 %, ab dem 01.01.2035 30 % und ab dem 01.01.2040 60 % der erzeug­ten Wärme.

I. Fra­ge der Anwend­bar­keit der ​„Bio­trep­pe“ auf hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anlagen

Frag­lich ist, ob die ​„Bio­trep­pe“ auch für hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anla­gen gilt. § 43 Abs. 1 GModG knüpft die Pflicht zur Ein­hal­tung der Bio­trep­pe an den Neu­ein­bau von ​„Hei­zungs­an­la­gen, die mit Gas, Heiz­öl oder Flüs­sig­gas beschickt wer­den“. Die­se For­mu­lie­rung fin­det sich wort­gleich in § 42 Abs. 1 Nr. 1 GModG. Die ​„hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anla­ge“ wird dage­gen in § 42 Abs. 1 Nr. 7 GModG genannt. Dar­aus könn­te gefol­gert wer­den, dass die Bio­trep­pe für die hoch­ef­fi­zi­en­ten KWK-Anla­gen nicht gilt. Ande­rer­seits stellt auch eine KWK-Anla­ge begriff­lich eine Hei­zungs­an­la­ge dar und wird typi­scher­wei­se mit Gas betrieben. 

1. Geset­zes­wort­laut

Der Wort­laut des § 43 Abs. 1 GModG ist nicht ein­deu­tig. Er ver­weist all­ge­mein ​„mit Gas, Heiz­öl oder Flüs­sig­gas“ beschick­te Hei­zungs­an­la­gen, ohne aus­drück­lich auf eine der Anla­gen­ka­te­go­rien des § 42 Abs. 2 GModG zu ver­wei­sen. Aller­dings fin­det sich die vor­ste­hend zitier­te For­mu­lie­rung wort­gleich in § 42 Abs. 2 Nr. 1 GModG. Dage­gen sind KWK-Anla­gen geson­dert in § 42 Abs. 2 Nr. 7 GModG defi­niert. Die Dif­fe­ren­zie­rung kann als Argu­ment ange­führt wer­den, dass der Gesetz­ge­ber bewusst zwi­schen gas‑, öl- oder flüs­sig­gas­be­trie­be­nen Hei­zungs­an­la­gen einer­seits und hoch­ef­fi­zi­en­ten KWK-Anla­gen ande­rer­seits unter­schie­den hat.

2. Geset­zes­be­grün­dung

Aus­weis­lich der Geset­zes­be­grün­dung im Kabi­netts­ent­wurf vom 08.06.2026 (BT-Drs. 21/6278, S. 98) zu § 42 GModG sol­len neben Wär­me­pum­pen, Fern­wär­me, Hybrid­hei­zun­gen und Bio­mas­se­an­la­gen wei­ter auch Gas- und Ölhei­zun­gen zuläs­sig sein: ​„Neben der Wär­me­pum­pe, Fern­wär­me, hybri­den Hei­zungs­mo­del­len und Bio­mas­se­hei­zung kön­nen wei­ter­hin auch Gas- und Ölhei­zun­gen ein­ge­baut wer­den. Vor­aus­set­zung ist, dass die­se ab 1.1.2029 einen zuneh­men­den Anteil CO₂-neu­tra­ler Brenn­stof­fe nut­zen („Bio-Trep­pe“).“ Es liegt nahe, dass die For­mu­lie­rung ​„die­se“ aus­drück­lich an die Gas- und Ölhei­zung anknüpft und nicht all­ge­mein an mit Erd­gas betrie­be­ne Anla­gen. Zudem heißt es aus­drück­lich (BT-Drs. a.a.O., S. 98): ​„Der Pflicht nach Absatz 1 unter­lie­gen Hei­zungs­an­la­gen nach § 42 Absatz 2 Num­mer 1.“

Die Geset­zes­be­grün­dung ord­net die Bio­trep­pe damit aus­drück­lich der Anla­gen­ka­te­go­rie des § 42 Abs. 1 Nr. 1 GModG zu. Eine Bezug­nah­me auf hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anla­gen in § 42 Abs. 1 Nr. 7 GModG fehlt. Die Geset­zes­be­grün­dung unter­stützt eine Argu­men­ta­ti­on, nach der die Bio­trep­pe für hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anla­gen nicht gilt.

3. Sinn und Zweck

Das GModG dient der effek­ti­ven Dekar­bo­ni­sie­rung des Gebäu­de­sek­tors. Eine Nicht­an­wen­dung der Bio­trep­pe auf fos­sil betrie­be­ne KWK-Anla­gen könn­te des­halb ein Wer­tungs­wi­der­spruch sein: wäh­rend eine gewöhn­li­che Gas­hei­zung der Bio­trep­pe unter­liegt, wäre eine eben­falls gas­be­trie­be­ne KWK-Anla­ge hier­von befreit. Zwar kann die höhe­re Effi­zi­enz der KWK eine Dif­fe­ren­zie­rung recht­fer­ti­gen; sie besei­tigt aber nicht die Kli­ma­wir­kung des ein­ge­setz­ten Brennstoffs.

4. Geset­zes­his­to­rie

Zu berück­sich­ti­gen ist, dass die hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anla­ge erst durch einen Ände­rungs­vor­schlag des 9. Aus­schus­ses im Bun­des­tag nach der Ver­öf­fent­li­chung der Geset­zes­be­grün­dung am 08.06.2026 in das GModG auf­ge­nom­men wur­de. Der Bun­des­tag hat dann das GModG mit den vom Aus­schuss vor­ge­schla­ge­nen Ände­run­gen am 10.07.2026 in drit­ter Lesung beschlos­sen. Dass die Geset­zes­be­grün­dung anschlie­ßend nicht ange­passt wur­de, kann sowohl auf ein redak­tio­nel­les Ver­se­hen als auch auf eine bewuss­te Dif­fe­ren­zie­rung zurück­zu­füh­ren sein.

II. Vor­läu­fi­ges Ergebnis

Die Anwend­bar­keit der Bio­trep­pe auf hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anla­gen lässt sich der­zeit nicht abschlie­ßend beur­tei­len. Für eine Nicht­an­wen­dung spre­chen der Wort­laut und die Geset­zes­be­grün­dung. Dem steht der all­ge­mei­ne, brenn­stoff­be­zo­ge­ne Ansatz in § 43 Abs. 1 GModG und die Tat­sa­che, dass auch gas­be­trie­be­ne KWK-Anla­gen letzt­lich Hei­zungs­an­la­gen sind, gegen­über. Die end­gül­ti­ge Klä­rung bleibt daher der Aus­le­gungs­pra­xis vor­be­hal­ten. Bedeu­tung wer­den hier­bei ins­be­son­de­re FAQ oder Voll­zugs­hin­wei­se der Bun­des­re­gie­rung, die Anwen­dung durch Lan­des- und Voll­zugs­be­hör­den sowie eine mög­li­che gericht­li­che Klä­rung erlan­gen. Da es bereits zum jet­zi­gen Zeit­punkt sehr unter­schied­li­che Aus­le­gun­gen zur Fra­ge der Anwend­bar­keit der Bio­trep­pe auf hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anla­gen gibt, kann der Gesetz­ge­ber dies kurz­fris­tig klar­stel­len, da ja bereits zum 01.12.2026 der vor­er­wähn­te Geset­zes­ent­wurf vor­ge­legt und dann beschlos­sen wer­den soll. Unter­lässt der Gesetz­ge­ber im Wis­sen um die gesetz­li­che Unge­nau­ig­keit eine Klar­stel­lung, könn­te dies als Argu­ment gewer­tet wer­den, dass im Hin­blick auf den ein­schrän­ken­den Ver­weis in der Geset­zes­be­grün­dung, der KWK-Anla­gen im Sin­ne des § 42 Abs. 1 Nr. 7 GModG nicht ein­be­zieht, kei­nen Hand­lungs­be­darf sieht. 

Unser Pra­xis­tipp:

Für anste­hen­de Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen hin­sicht­lich der Erneue­rung oder des Neu­baus hoch­ef­fi­zi­en­ter KWK-Anla­gen soll­te bis auf Wei­te­res sowohl ein Best-Case- als auch ein Worst-Case-Sze­na­rio berück­sich­tigt wer­den. Soll­te der Gesetz­ge­ber die bestehen­de Rechts­un­si­cher­heit nicht durch eine aus­drück­li­che Klar­stel­lung auf­lö­sen, bestehen ver­tret­ba­re Argu­men­te dafür, die Bio­trep­pe auf hoch­ef­fi­zi­en­te KWK-Anla­gen nicht anzu­wen­den und die Pla­nung ent­spre­chend ohne die hier­aus resul­tie­ren­den Mehr­kos­ten vor­zu­neh­men. Auf­grund der ver­blei­ben­den Aus­le­gungs­un­si­cher­hei­ten kann jedoch kei­ne all­ge­mein­gül­ti­ge Aus­sa­ge getrof­fen wer­den; viel­mehr ist eine Bewer­tung unter Berück­sich­ti­gung der Umstän­de des jewei­li­gen Ein­zel­falls erforderlich.

Ansprechpartner:innen: Dr. Mar­tin Rie­del, Nina Rosa


BEW-För­de­rung: Aktu­el­le Rah­men­be­din­gun­gen für Wärmenetzprojekte

Die Bun­des­för­de­rung für effi­zi­en­te Wär­me­net­ze (BEW) bleibt eines der wich­tigs­ten För­der­instru­men­te für den Aus­bau kli­ma­freund­li­cher Wär­me­infra­struk­tu­ren. Die BEW för­dert die Trans­for­ma­ti­on bestehen­der sowie die Errich­tung neu­er Wär­me­netz­sys­te­me. Für neue Wär­me­net­ze gilt wei­ter­hin die zen­tra­le Anfor­de­rung, dass min­des­tens 75 Pro­zent der Wär­me aus erneu­er­ba­ren Ener­gien und/​oder unver­meid­ba­rer Abwär­me stam­men müs­sen. Zum 1. Janu­ar 2026 hat das BAFA die bis­lang fünf Ein­zel­merk­blät­ter durch ein ein­heit­li­ches Merk­blatt zu Antrag­stel­lung, tech­ni­schen Anfor­de­run­gen und Ver­wen­dungs­nach­wei­sen ersetzt. Ziel war eine ein­heit­li­che­re För­der­pra­xis. Da die neue Fas­sung in der Anwen­dung jedoch ver­schie­de­ne Aus­le­gungs­fra­gen auf­warf, wur­den die Rege­lun­gen zum 1. April 2026 an meh­re­ren Stel­len prä­zi­siert und ergänzt.

För­der­struk­tur im Überblick

Für Pro­jekt­ent­wick­ler ist ins­be­son­de­re Modul 1 von Bedeu­tung. Geför­dert wer­den hier Mach­bar­keits­stu­di­en für neue Wär­me­net­ze sowie bestimm­te Pla­nungs­leis­tun­gen. Die För­de­rung beträgt bis zu 50 Pro­zent der för­der­fä­hi­gen Kos­ten und ist auf 2 Mil­lio­nen Euro pro Antrag begrenzt. Die För­de­rung von Trans­for­ma­ti­ons­plä­nen über Modul 1 ist seit dem 1. April 2026 grund­sätz­lich ein­ge­stellt; aus­ge­nom­men sind indus­tri­el­le Pro­zess­wär­me­net­ze. Betrei­ber kom­mu­na­ler, gewerb­li­cher oder sons­ti­ger nicht­in­dus­tri­el­ler Bestands­wär­me­net­ze soll­ten daher früh­zei­tig prü­fen, wie ihre Pro­jek­te künf­tig för­der­stra­te­gisch auf­ge­stellt wer­den können. 

Vor­zei­ti­ger Maß­nah­men­be­ginn bleibt Ausnahme

Ein wich­ti­ger Punkt für die Pro­jekt­pra­xis ist wei­ter­hin der vor­zei­ti­ge Maß­nah­men­be­ginn. Das BAFA kann die­sen im Rah­men von Modul 2 in begrün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len zulas­sen. Vor­aus­set­zung ist jedoch, dass beson­de­re Umstän­de vor­lie­gen, die über die übli­chen Her­aus­for­de­run­gen ver­gleich­ba­rer För­der­pro­jek­te hinausgehen. 

Pro­jekt­trä­ger soll­ten des­halb früh­zei­tig prü­fen, ob ein sol­cher Aus­nah­me­fall vor­liegt, und die ent­spre­chen­den Grün­de nach­voll­zieh­bar doku­men­tie­ren. Wer­den Liefer‑, Bau- oder Aus­füh­rungs­ver­trä­ge zu früh abge­schlos­sen, kann dies die För­der­fä­hig­keit des Vor­ha­bens gefährden. 

Tech­ni­sche Anfor­de­run­gen früh­zei­tig berücksichtigen

Beson­de­re Auf­merk­sam­keit ver­die­nen die tech­ni­schen Anfor­de­run­gen und Nach­weis­pflich­ten. Ins­be­son­de­re bei Trans­for­ma­ti­ons­pro­jek­ten, beim Ein­satz von Groß­wär­me­pum­pen, bei der Ein­bin­dung ver­schie­de­ner Wär­me­quel­len oder bei kom­ple­xen Mess- und Abrech­nungs­kon­zep­ten soll­te die För­der­kon­for­mi­tät bereits in der Pla­nungs­pha­se geprüft wer­den. Eine spä­te­re Anpas­sung kann mit erheb­li­chem Auf­wand ver­bun­den sein. Emp­feh­lens­wert ist daher eine früh­zei­ti­ge Abstim­mung von Wär­me­quel­len, Netz­kon­zept sowie Mess- und Doku­men­ta­ti­ons­struk­tur mit den gel­ten­den Förderanforderungen.

Neu­es Antrag­spor­tal für die BEW

Seit dem 14. April 2026 erfolgt die Antrag­stel­lung schritt­wei­se über die neue ​„För­der­zen­tra­le Deutsch­land“ (FZD). Das Por­tal ermög­licht unter ande­rem die digi­ta­le Antrag­stel­lung, die Nach­ver­fol­gung des Bear­bei­tungs­stands sowie die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem BAFA. Antrag­stel­ler soll­ten ihre inter­nen Zustän­dig­kei­ten, Voll­mach­ten und erfor­der­li­chen Unter­la­gen recht­zei­tig auf die digi­ta­le Abwick­lung ausrichten. 

Unser Pra­xis­tipp:

Die BEW bie­tet wei­ter­hin attrak­ti­ve För­der­mög­lich­kei­ten für Wär­me­netz­pro­jek­te. Gleich­zei­tig stei­gen mit der tech­ni­schen, wirt­schaft­li­chen und regu­la­to­ri­schen Kom­ple­xi­tät der Vor­ha­ben die Anfor­de­run­gen an Pro­jekt­pla­nung, För­der­stra­te­gie und Doku­men­ta­ti­on. Emp­feh­lens­wert ist daher eine früh­zei­ti­ge för­der­recht­li­che Prü­fung, ins­be­son­de­re vor dem Abschluss wesent­li­cher Ver­trä­ge und vor Fest­le­gung der tech­ni­schen Pla­nung. Maß­geb­lich sind stets die zum Zeit­punkt der Antrag­stel­lung gül­ti­gen För­der­be­din­gun­gen und BAFA-Unter­la­gen. Nähe­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter: 

https://​www​.foer​der​da​ten​bank​.de/​F​D​B​/​C​o​n​t​e​n​t​/​D​E​/​F​o​e​r​d​e​r​p​r​o​g​r​a​m​m​/​B​u​n​d​/​B​M​W​i​/​b​u​n​d​e​s​f​o​e​r​d​e​r​u​n​g​-​e​f​f​i​z​i​e​n​t​e​-​w​a​e​r​m​e​n​e​t​z​e​.html

Ansprech­part­ner: Dr. Mar­tin Rie­del, Jörg Soe­te­beer


on-site PPA im EEG 2027 (idF des Kab‑E vom 29.07.2026)

Am 29.07.2026 hat das Bun­des­ka­bi­nett die Novel­le des Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Geset­zes beschlos­sen, die zum 01.01.2027 in Kraft tre­ten soll. Bestand­teil der EEG-Novel­le ist ein Erlös­ab­schöp­fungs­me­cha­nis­mus in Form eines Refi­nan­zie­rungs­bei­trags (RFB).

Der RFB wird nach dem der­zei­ti­gen Stand für EE-Anla­gen ab 100 kW (außer Bio­mas­se) gel­ten, die ihren erzeug­ten Strom in der Direkt­ver­mark­tung oder sons­ti­gen Direkt­ver­mark­tung ver­mark­ten. Der RFB ist pro­duk­ti­ons­ba­siert, d. h., jede erzeug­te und in das Netz ein­ge­speis­te kWh, auch wenn die­se zunächst ein- und dann wie­der aus­ge­spei­chert wur­de (vgl. § 21d Abs. 1 S. 3 EEG 2027), ist vom RFB betroffen. 

Ob ein RFB erho­ben wird, ent­schei­det sich anhand des Jah­res­markt­werts (JW) (= der tech­no­lo­gie­spe­zi­fi­sche durch­schnitt­li­che Markt­wert des erzeug­ten Stroms an der EPEX Spot in ct/​kWh) und des anzu­le­gen­den Wer­tes (AW) (= per Zuschlag oder gemäß EEG ermit­tel­te För­der­hö­he in ct/​kWh). 

Ein posi­ti­ver RFB ist vom Anla­gen­be­trei­ber (AB) an den Netz­be­trei­ber (NB) zu leis­ten, wenn der Fak­tor aus tech­no­lo­gie­spe­zi­fi­schem Jah­res­markt­wert für die erzeug­te Strom­men­ge den Fak­tor aus dem anzu­le­gen­den Wert und der erzeug­ten Strom­men­ge übersteigt. 

Der RFB gilt hin­ge­gen nicht für ​„on-site PPA“, weil er die in ein Netz ein­ge­speis­ten kWh erfasst. EE-Strom, der ohne Netz­nut­zung in unmit­tel­ba­rer räum­li­cher Nähe zu der pro­du­zie­ren­den EE-Anla­ge an Abneh­mer gelie­fert wird, ist nicht vom RFB erfasst. 

Hier kann es Syn­er­gien zur Indus­trie­strom­preis­richt­li­nie („Richt­li­nie für Bei­hil­fen für strom- und han­dels­in­ten­si­ve Unter­neh­men zur Strom­preis­ent­las­tung (Indus­trie­strom­preis) für die Abrech­nungs­jah­re 2026 bis 2028“) und der dort in Zif­fer 4 vor­ge­se­he­nen ​„green con­di­tio­na­li­ty“ geben. Durch Ent­las­tun­gen auf Grund­la­ge der Indus­trie­strom­preis­richt­li­nie begüns­tig­te Unter­neh­men müs­sen min­des­tens 50 % der ihnen gewähr­ten Basis-Bei­hil­fe in Maß­nah­men zur Stei­ge­rung von Fle­xi­bi­li­tät, Ener­gie­ef­fi­zi­enz oder in Erneu­er­ba­re Ener­gien inves­tie­ren. Aner­ken­nungs­fä­hi­ge Inves­ti­tio­nen sind unter ande­rem auch ​„on-site PPA“, sofern sie die Pro­duk­ti­on aus neu­en oder moder­ni­sier­ten EE-Anla­gen in Bezug neh­men. Für Erneu­er­ba­re Pro­jek­te und für Abneh­mer kann sich dadurch womög­lich die Chan­ce eröff­nen, EE-Anla­gen zumin­dest teil­wei­se auch außer­halb des EEG-För­der­rah­mens umzu­set­zen. Auch, weil der Anteil der ohne Netz­nut­zung ab Abneh­mer gelie­fer­ten EE-Strom­men­ge durch die Kom­bi­na­ti­on mit Bat­te­rie­spei­chern opti­miert und die­se zugleich zur Redu­zie­rung bean­spruch­ter Netz­ka­pa­zi­tät bei­tra­gen können.

Unser Pra­xis­tipp: 

Es kann abhän­gig von den Stand­ort­ge­ge­ben­hei­ten loh­nend sein, vor dem Hin­ter­grund der geplan­ten EEG-Novel­le zu prü­fen, ob ein Bei­trag zur Refi­nan­zie­rung der Inves­ti­tio­nen in EE-Anla­gen durch ​„Vor-Ort-Lie­fe­run­gen abge­bil­det wer­den kann.

Ansprech­part­ne­rin: Dr. Heid­run Schalle



Tref­fen Sie uns auf der Wind­Ener­gy Ham­burg: Dr. Heid­run Schal­le und Dr. Kevin Marsch­häu­ser sind am 24. Sep­tem­ber 2026 auf der Wind­Ener­gy Ham­burg vor Ort. Wir freu­en uns auf den per­sön­li­chen Aus­tausch zu aktu­el­len Ent­wick­lun­gen in der Windenergiebranche.


Vie­len Dank für Ihr Inter­es­se an unse­rem News­let­ter. Wir freu­en uns dar­auf, Sie auch in der nächs­ten Aus­ga­be wie­der mit aktu­el­len Ana­ly­sen und Ent­wick­lun­gen aus dem Energie‑, Kli­ma- und Umwelt­recht zu informieren.

Ihr Aecoute°-Team

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